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Spessartbogen


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"Wabernde Welle" bei Oberrodenbach

Erstes von zwei Kunstwerken am Spessartbogen eingeweiht

Am Sonntag, 27.04 wurde die „Wabernde Welle“ als erstes von zwei Kunstwerken des Bildhauers Faxe M. Müller am Spessartbogen eingeweiht. Trotz der feuchten Witterung kamen zahlreiche Besucher zur Veranstaltung in den Rodenbacher Wald.

Schon bei betreten des Waldeingangs von der Oberrodenbacher Bergstraße empfangen den Besucher die Fragmente der Baumbemalungen. Die weiße Kalkfarbe auf der dunklen Baumrinde bildet einen starken vom Künstler beabsichtigten Kontrast. Zunächst löst die sperrige Bemalung die gewünschte Irritation aus, die sich erst durch die Verbindung aller Fragmente zu einem Gesamtbild zusammenfügt – einer wabernden Welle. Der exakt festgelegte Betrachtungspunkt wird von einem “Hochstuhl“ markiert, sodass der Betrachter sitzend das Bild in Augenschein nehmen kann. Hier wird sichtbar, dass jede Linie und jeder Bogen exakt seine Aufgabe im Zusammenspiel der Formen erfüllt.

Bei seiner Ansprache betonte Bürgermeister Klaus Schejna, dass die Gemeinde Rodenbach stolz sei, eines von zwei Kunstwerken am Premiumwanderweg Spessartbogen erhalten zu haben. Der Standort an der Käfernberghütte sei ein sehr gut frequentierter Ort und als Startpunkt des jährlichen Silvesterlaufs weithin bekannt. Viele Spaziergänger und Wanderer nutzten den Ort als Startpunkt und auch die Nähe zum Naturfreundehaus sorge dafür, dass viele Besucher das Kunstwerk bewundern könnten.

Fritz Dänner, Leiter des Naturparks Hessischer Spessart berichtete über die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Standortfindung. Es sei gar nicht so leicht

eine geeignete Stelle dichten Waldes am 90 Kilometer langen Spessartbogen zu finden. Denn den „düsteren und dichten Spessartwald“ gäbe es in dieser Form in Zeiten von Holzerntemaschinen kaum noch.

Lobend erwähnte er die  nicht alltägliche Bereitschaft ein solches Projekt zu unterstützen. Er dankte für die Bereitschaft des Waldbesitzers, der sein Einverständnis zur Bemalung des Waldes gegeben hatte, ohne welche die Arbeit nicht hätte ausgeführt werden können. „Es war ein hartes Stück Arbeit, bis wir so weit waren, aber es ist toll, dass es geklappt hat“, so Dänner.

Auch der Künstler Faxe Müller bedankte sich noch einmal bei allen, die an der Verwirklichung seiner Idee beteiligt gewesen sind. „Es ist nicht selbstverständlich, dass so eine Sache funktioniert.“

Der Künstler, der sonst vornehmlich Holz und Stahl-Skulpturen schafft, sei selbst leidenschaftlicher Wanderer und komme gerne und viel in den Wald. Dabei hätten die Forst- und Wanderzeichen an den Bäumen sein Interesse geweckt und ihn zu diesem Kunstwerk inspiriert. Der auf diese Waldsituation abgestimmte Entwurf wurde in einer Fotomontage am PC entwickelt. Die reale Umsetzung des Entwurfs sei sehr spannend gewesen, erläuterte der Künstler.

Für Interpretationen gibt die Bemalung freien Raum. Diese will der Künstler auch dem Betrachter überlassen. Anregung bietet auch der Zwerg der über die Wellenlinie rennt. Er stellt für den Künstler eine gesonderte Zugangsmöglichkeit dar, sich mit der Figur und der Arbeit zu beschäftigen. Das Kunstwerk sei auch auf das Leben übertragbar, erklärt Faxe Müller: „Zuerst erscheint die Waldbemalung abstrakt und sinnlos, so wie es uns mit neuen Dingen auch ergehen kann. Dann nähern wir uns an, verändern unseren Standpunkt im Wald; oder auch im Leben, um dann am Punkt der Zentralen Perspektive das ganze Bild zu erkennen, oder anders gesagt, wir erst durch die Gesamtsicht vieles erst verstehen.“

Die ausgeführte Arbeit dehnt sich auf einer Länge von 170 Metern entlang des Weges aus. Verwendet wurde eine spezielle natürliche Kalkfarbe für den Außenbereich, die der Künstler mit Helfern aufgetragen hat.

Die Vergänglichkeit der Bemalung ist teil des künstlerischen Konzeptes und ist auch schon lange Bestandteil seiner bildhauerischen Arbeit. Auch am Sonntag schon hatte der starke Regen der vorangegangenen Nacht den  Blütentaub der letzten Wochen mitgespült und interessante Strukturen auf die geweißte Rinde gezeichnet.

Dieser Prozess ermöglicht dem wiederkehrenden Besucher die Veränderungen zu verfolgen und fördert neue Eindrücke. Eine Hinweistafel ermöglicht es dem Besucher direkt via Smart Phone mit Hilfe des sogenannten QR-Codes oder über die Internetseiten des Spessartbogens und des Künstlers sich die Fotografie des Ursprungszustandes anzuschauen.

Bei der zweiten Arbeit am Spessartbogen,  im Bad Orber Wald wird sich Faxe Müller
dann Buchstaben und Wörtern zuwenden. Über die Einweihung des zweiten Kunstwerks wird zeitnah informiert.

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